Von Den Schafen

Ich sitze hier auf meinem kleinen Planeten
Mag ihn nicht mit den Füßen treten
Nicht so einfach, immer still zu sein
Während die da drüben um Hilfe schreien

Mein Pausenbrot hab ich auch dabei
Ein freies Huhn legt mir mein Ei
Und während man mir die Zeitung bringt
Sagt man mir, dass die Zeit verrinnt

(die spinnen, die spinnen)

Zu Weihnachten eine neue Uhr
Nur so finde ich die perfekte Ruhe
Zwischen erster, zweiter und dritter Welt
Ich lebe gern, ich bin kein Held

Die vor meiner Tür nennen mich ignorant
Das stört mich nicht auf meiner Bank
Jeder der wacht, geht einmal schlafen
Ich sitze hier und lebe von den Schafen

Jeder der wacht, geht einmal schlafen
Ich sitze hier und lebe von den Schafen

Von den Schafen, von den Schafen

(Rolex – one two, Rolex – one two)

Ich lebe hoch, ich fall nicht tief
Ich lass Dir die Geister, die ich rief
Klopfen hilft nicht an meiner Tür
Es kommt keiner rein – ich bin schon hier

Man sagt, meine Welt sei ein Kartenhaus
Ich kenn das Blatt, ich teil es aus
Jeder der wacht, geht einmal schlafen
Ich sitze hier und lebe von den Schafen

Von den Schafen

Jeder der wacht, geht einmal schlafen
Ich sitze hier und lebe von den Schafen

Zu Weihnachten?

Eine neue Uhr.

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Lied Von Der Kultur

(Beitrag zur Kulturschutz Aktion 2012 in Mecklenburg/Vorpommern)

Wer hat genug von diesem Theater
Nicht mal Kinder haben’s leicht
Verschwende keinen der Gedanken
Der weiter als bis gestern reicht
Nichts mehr übrig für die Meinung
Jenseits vom Kompliment
Du willst nur dass die Küche duftet
Ohne dass das Feuer brennt

Woher kommt all das Gerede
Wo doch kaum ein Wort was gilt
Wenn wir fragen, was ist Inhalt
Zeigst Du auf das Werbeschild
Auf der Bühne sieht man Blut nur
Doch dahinter steht der Tod
Ach Du willst die ganze Wahrheit
Auch die Künstler brauchen Brot

Was ist los, was ist los?
Mach Deine Bühne endlich groß
Wenn Du lachst, wenn Du weinst
Hol Deine Fäuste aus dem Schoß

Man hört sie rufen nach mehr Bildung
Aus der bildungsnahen Schicht
Wo bleibt der Schule, die kein Geld hat
Denn noch Zeit für ein Gedicht
Große Werke über Freiheit
Nur wenn Du ins Museum gehst
Doch man sagt Dir, es ist gefährlich
Wenn Du auf die Farben stehst

Was ist los, was ist los?
Mach Deine Bühne endlich groß
Wenn Du lachst, wenn Du weinst
Hol Deine Fäuste aus dem Schoß

Man sagte uns, es fehlen Mittel
Ich glaub es gern, dem der dort spricht
Man gab ihm einen Kopf zum Denken
Doch um Bildung geht’s dem nicht
Milliarden fließen in die Banken
Und ein Arsch, der darauf sitzt
Selbst ein Grieche kann verdursten
Wenn er in der Sonne sitzt

Was ist los, was ist los?
Mach Deine Bühne endlich groß
Wenn Du lachst, wenn Du weinst
Hol Deine Fäuste aus dem Schoß

 

 

Zu Jung Für Die Ewigkeit

Die einen warten
Andere sind nur bereit
Uns fehlt zum Bleiben
Zum Bleiben die Zeit
Wir glauben an den Morgen
Vergessen das Heut
Dazwischen liegen Momente
Die keiner bereut

Kinder spielen mit Scherben
Zukunft im Sand
Die Alten halten zufrieden
Das Glas in der Hand
Wir laufen in den Abend
Und suchen das Glück
Wir hören sie nicht rufen
Kommt bitte zurück

Wir träumen in Jahren
Leben Sekunden lang
Wir sehn zu den Sternen
Das Herz in der Hand

Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Wir streuen Lichter in Raum und Zeit
Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Und wir gehen, wir gehen weit…

Verkehr verkehrt sich
In Gegenverkehr
Gegen den Strom
Schwimmen wir zum Meer
Ein Anfang, kein Ende
Wer immer dies liest
Wir nehmen unsere Hände
Und Du sagst mir, Du liebst

Wir träumen in Jahren
Leben Sekunden lang
Wir sehn zu den Sternen
Das Herz in der Hand…

Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Wir streuen Lichter in Raum und Zeit
Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Und wir gehen, wir gehen weit…

Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Wir streuen Lichter in Raum und Zeit
Wir sind zu jung für die Ewigkeit
Und wir gehen, wir gehen weit…

 

 

Im Dunkeln

Wenn es Dunkel wird in dieser kleinen Stadt
Wenn man zu dem geht was man gerade hat
Wenn das Nichts mit alllen Straßen einig ist
Wenn der Regen ohne Leidenschaft verpisst
Dann fällt mir immer wieder wirklich schwer
Zu verstehen – wo kommt die Scheiße her?

So weiche Burger Bürger dieser Stadt
So leicht zu haben, was man gerade hat
So hell das Licht, das dort im Tunnel scheint
Ich verbrenne, hat das Glühwürmchen gemeint
Wir folgen, nennen wir es – Instinkt
Wir riechen erst wenn es stinkt

(OS: Solo

SN: hab kein Solo)

Weihnacht Ist Hier

An Deinen Namen
Erinnert der Frühling
Wenn die Blüten sich zeigen
Und die Welt sich bewegt
Noch ist es Winter
Doch weil wir hier sind
Will die Stille nicht schweigen
Atmet unter dem Schnee

Beim Blick in die Ferne
Träume ich gerne
Und das Weiß hat seinen Charme
Doch in der Nähe
Wie ich es sehe
Ist es doppelt warm

Denn Weihnacht ist hier
Weihnacht ist hier …

Auf den Straßen
Haben die Menschen es eilig
Auf dem Weg nach Hause
Egal wo das ist
Und eh sie verstehen
Ist die Ruhe heilig
Und alles nicht wichtig
So dass man vergisst

Beim Blick in den Himmel
In das Flockengewimmel
Hat Bewegung ihren Reiz
Doch ein Gedanke
Oder zwei – ich wanke
Hier beim Feuer ist es heiß

Und Weihnacht ist hier
Weihnacht ist hier …

Unten am Ufer
Wo die Nebel beginnen
Und die Wege enden
Da könnte ich stehen
Beim Blick auf das Eis
Die Stunden verrinnend
Und in Deinen Händen
Die Zukunft sehen

Beim Blick auf die Menschen
Seh ich jeden glänzen
Alles spricht vom heiligen Geist
Doch Deine Augen
Lassen mich glauben
Was ich längst nicht weiß

Und Weihnacht ist hier
Weihnacht ist hier …

Ente

Ich habe es getan. Es ist spät in der Nacht und ich bereue es nicht.
Ich habe sie gebraten, angerichtet und gegessen, die erste Ente in diesem Jahr als vorweihnachtliches Versprechen. Das Verlangen zeigte sich schon letzte Woche mit dem Eintritt kühlerer Witterungsbedingungen. Die ersten Weihnachtsmänner (nicht aus Fleisch, sondern aus Schokolade) liefen mir über den Weg und in meinem Lieblingsladen gab’s nur Goldbroiler und Landpute – beide tiefgefroren in Darwin’scher Unterlegenheit.
Schon fand ich mich damit ab, nicht einmal ein hässliches Entlein zu finden. Und jeder Gang entlang der Kühlregale erinnerte mich an unerfüllte Sehnsüchte. Ich war schon dabei, mein Leben anderen Zielen zu widmen als der stumpfen Befriedigung animalischer Triebe, da sah ich sie. Es war Samstagabend und sie war allein – beim Einkaufen. Ich auf der einen, sie auf der anderen Seite der Scheibe. Sie war kalt, sie war jung, sie war fett, tot und bald sollte sie mir gehören – ganz und dann auch gar.
Bald erfüllte ihr Duft die Wohnung und das Treppenhaus, ihre Seele schaute von oben aus dem Entenhimmel oder von unten aus der Entenhölle zu. Immerhin musste sie ja irgendwas getan haben, um hierher zu kommen.
Ob sie ein glückliches Leben hatte? Sie sprach ja nicht viel mit mir. Ich entsinne mich nicht der kleinsten Botschaft – nur an ihre Hingabe und ihre Schenkel. Ja, ihre Schenkel werde ich nicht vergessen, bis zur nächsten Ente.
Das hat alles nichts mit Musik zu tun, außer natürlich der, die das Festmahl begleitete.
Wenn es wieder weihnachtet, dann hoffe ich, dass meine verschiedene Ente beim lieben Gott ein gutes Schnattern für uns einlegt. Schnattern ist nämlich im Showgeschäft unerlässlich. Sie soll für die Musiker um Zeit, Geld und gute Auftritte bitten.
Das ist natürlich eine große Aufgabe für eine kleine Ente, die erst mal herausfinden muss, welches Paar Flügel zu benutzen ist. Wie viele Flügel hat wohl ein Vogel, der in den Himmel kommt? Wird er ein Entenengel?
Und schon vermisse ich sie.